Anwendung
Elektroden für verschiedene Körperstellen
Mit entsprechenden Elektroden können viele Körperstellen behandelt werden. Voraussetzung ist, dass die Elektrode einen homogenen Stromeintrag in die Haut ermöglicht. Ferner muss zwischen der Elektrode und Hautoberfläche ein "Wasserpolster" sein, um den elektrischen Stroms zu leiten und als pH-Puffer zu dienen.
Die Behandlung der Hände und Füße erfolgt in Wannen, auf deren Grund flächige Elektroden gelegt werden. Die Elektroden werden Schäume oder Gitter abgedeckt, die zugleich als Abstandshalter (Wasserpolster) dienen. Schließlich werden die Wannen mit normalen Leitungswasser gefüllt. Der Wasserstand wird so gewählt, dass nur die Handinnenflächen und Fußsohlen mit Wasser benetzt sind. Die schweißreduzierende Wirkung ist auf die mit Wasser benetzten Hautstellen begrenzt.

Andere Körperstellen wie die Achseln oder das Gesicht erfordern textile Elektroden, die frei am Körper platziert werden und sich der Körperkontur anpassen können. Anstelle des Wasserbades bilden nasse Schwammtücher das notwendige "Wasserpolster" zwischen den Elektroden und der Haut. Unter den Achseln werden beipielsweise kleine Elektroden geklemmt, die zuvor in nasse Schwammtaschen gesteckt wurden. Andere Körperstellen wie z.B. das Gesicht erfordern größere und z.T. anatomisch vorgeformte Elektroden bzw. Schwammtücher.
Es gibt jedoch einige Einschränkungen: Die zu behandelnden Flächen dürfen nicht zu groß sein, da sonst die relevante Stromdichte, also der Strom pro Fläche, zu gering wird und die Effektivität nachlässt. Behaarte Körperstellen können nicht behandelt werden, da die Haare einen gleichmäßigen Stromfluss stören.


Stromhöhe und Richtung
Die schweißreduzierende Wirkung hängt von der gewählten Stromhöhe und der Behandlungsdauer ab. Die Stromhöhe wird so gewählt, dass der Strom als leichtes Kribbeln wahrgenommen wird, ohne dass es schmerzt. Diese Toleranzgrenze variiert nicht nur von Anwender zu Anwender, sondern auch zwischen unterschiedlichen Elektroden. Bei größeren Elektroden verteilt sich der Strom über eine größere Fläche und wird weniger stark wahrgenommen. Als Folge werden hier größere Ströme toleriert. Bei kleineren Elektroden beipielsweise für die Achseln werden nur kleinere Ströme toleriert. Schließlich erfolgt im Laufe der Behandlungen auch eine Gewöhnung an den Strom.
Zur Erzielung einer schweißreduziernden Wirkung ist es nicht notwendig, je nach Körperstelle bzw. Elektrodengröße bestimmte Stromhöhen zu erreichen.
Die Wahrnehmung des Stroms wie auch dessen Wirkung ist zu einem gewissen Maß von der Stromrichtung abhängig. Die Stromrichtung wird daher regelmäßig getauscht, um eine gleichmäßige Schweißreduktion auf beiden Körperseiten zu erreichen.
Gleich- und Pulsstrom
Der Strom wird als Gleichstrom oder als Pulsstrom (gepulster Gleichstrom) appliziert. Beide Stromformen unterscheiden sich in der therapeutischen Wirksamkeit wie auch im Stromempfinden. Der Gleichstrom gilt als wirksamer und führt zu einem schnelleren Therapieerfolg. Bei ausgeprägter Schweißneigung ist der Gleichstrom ohne Alternative.
Pulsstrom wird weniger stark wahrgenommen, es lassen sich höhere Stromwerte tolerieren. Aufgrund des gepulsten Stromverlaufs ist die therapeutische Dosis aber nicht unmittelbar mit der des Gleichstroms zu vergleichen. Pulsstrom wird häufiger bei besonders empfindlichen Personen wie Kindern sowie in der sog. Erhaltungsphase (s.u.) eingesetzt.
Grundsätzlich haben beide Stromformen ihre Berechtigung. Viele Anwender nutzen beide Betriebsmodi je nach Extremität und Therapiephase. Zudem variiert das Stromempfinden von Patient zu Patient. Für die Therapie muss der Strom in jedem Fall nur soweit erhöht werden, dass ein leichtes Kribbeln wahrgenommen wird.

Dauer und Häufigkeit der Behandlung
In der sog. Initialphase wird das Schwitzen durch häufige und regelmäßige Anwendungen möglichst weit reduziert. Über einen Zeitraum von 4 bis 6 Wochen sind hierfür jeweils 4 bis 5 Sitzungen pro Woche erforderlich. Eine erste sichtbare Schweißreduktion zeigt sich bei konsequenter Anwendung häufig schon nach einer Woche.
Die schweißreduzierende Wirkung der Leitungswasser-Iontophorese ist reversibler Natur. Deshalb schließt sich nach der Initialphase eine sog. Erhaltungsphase, in der dauerhaft 1 bis 2 Sitzungen pro Woche durchgeführt werden müssen. Im Übergang von der Initialphase zur Erhaltungsphase wird die Anwendungshäufigkeit schrittweise reduziert.
Eine einzelne Therapiesitzung dauert zwischen 15 bis max. 30 Minuten.
